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Die einfachste surrealistische Handlung besteht darin, mit Revolvern in den Fäusten auf die Straße zu gehen und blindlings so viel wie möglich in die Menge zu schießen. Wer nicht einmal im Leben Lust gehabt hat, auf diese Weise mit dem derzeit bestehenden elenden Prinzip der Erniedrigung und Verdummung aufzuräumen - der gehört eindeutig selbst in diese Menge und hat den Wanst ständig in Schusshöhe. (André Breton)

Spiegel Online, 24. Dezember 2006

Bluttat in Bielefeld

Tritte, Prügel, Messerstiche, Schüsse aus der Gaspistole: Eine türkische Familie hat nach Angaben der Polizei einen jungen Mann brutal umgebracht. Angeblich hatte der 23-Jährige den Töchtern nachgestellt. Die Mutter und die Töchter sind gefasst, ein Verdächtiger ist noch auf der Flucht.


Bielefeld - Das 23-jährige Opfer wurde schon am Donnerstag tot auf einem Parkplatz in Bielefeld gefunden, teilte die Polizei heute mit. Die 43-jährige Mutter soll den Mann zusammen mit ihren Töchtern im Alter von 17 und 30 Jahren und einem Bekannten mit einer Eisenstange geschlagen und getreten haben. Außerdem hätten sie mit einer Gaspistole auf das Opfer geschossen. Gestorben sei der 23-Jährige an zahlreichen Messerstichen, die ihm die beiden Töchter versetzt haben sollen, berichtete die Polizei.

Der Überfall am Donnerstagabend sei von Zeugen beobachtet worden. Der junge Mann habe zunächst noch gelebt, sei dann aber seinen Verletzungen erlegen.

Die vier Tatverdächtigen seien am Freitag festgenommen worden, ein weiterer namentlich nicht bekannter Mittäter sei noch flüchtig, teilte die Polizei mit. Gestern wurde den Angaben zufolge Haftbefehl gegen die festgenommenen Töchter der Familie wegen gemeinschaftlichen Totschlages, gegen die Mutter und den 20-jährigen Bekannten wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung erlassen, berichtete die Polizei. Sie seien "dringend verdächtig, das Opfer an den Obersee gelockt zu haben, um ihm hier eine 'Abreibung' zu verpassen, weil er den weiblichen Familienmitgliedern nachgestellt haben soll", schrieb die Polizei.

Dabei sei die Situation dann eskaliert. Zwei der Tatverdächtigen seien geständig, die 30-jährige Tochter habe ihr anfängliches Geständnis widerrufen - und die 43-jährige Mutter der Familie bestreite, am Tatort gewesen zu sein.

plö/AP


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